Frauenzentrum Baden

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Das Frauenzentrum Baden wurde im Oktober 1981 eröffnet, gegründet vom Verein Frauenzentrum, und im August 1996 aufgelöst.

25.Oktober 2018, 18.30 Uhr, Buchvernissage zum Buch über das Frauenzentrum Baden im Historischen Museum in Baden. Vernissage mit Doris Stump, efef-Verlag, Corinne Rufli und Madeleine Marti.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach 2-jähriger Vorarbeit wird im Oktober 1981 Frauenzentrum Baden an der Bäderstrasse 9 eröffnet, eine Ladenwohnung mit grossem Keller-Raum. Wegen Verkauf des Hauses durch die privaten Vermieter wurde der Vertrag auf April 1986 gekündigt. Da trotz intensiver Suche keine neuen Räume gefunden wurden, war das Frauenzentrum von Mai bis September 1986 auf der Strasse und machte seine Vollversammlungen auf dem Bahnhofplatz: Einzug im Oktober 1986 an die Stadtturmstr. 8 im 1. Stock, die Hälfte einer Wohnung (die andere Hälfte hatte ein Treuhänder), vermietet durch eine Liegenschaftenfirma. 1991 nochmals Umzug an die Bruggerstr. 22 in ein Haus der ABB, das als Zwischennutzung von der Stadt Baden vermietet wurde. Der Vertrag wurde auf September 1996 definitiv gekündigt und das Haus abgerissen. Das Frauenzentrum verkaufte das Inventar, schenkte den Erlös dem Frauenzentrum Aargau, machte ein Fest und blieb als Verein bestehen.

Vorgeschichte[Bearbeiten]

1979 INFRA, Informationsstelle für Frauen (eine Arbeitsgruppe der FBB) bittet den Stadtrat Baden darum, Räume für Frauen zur Verfügung zu stellen. Die FBB lädt Interessentinnen für ein Frauenzentrum ins Restaurant Merkur ein. Danach: Es wird der Verein Frauenzentrum Baden gegründet und verschiedene Arbeitsgruppen, Öffentlichkeitsarbeit, Strassenaktionen, Dokumentation, Tonbildschau, Gesuche um finanzielle Unterstützung.

Politische Vorstösse[Bearbeiten]

Petition und dann städtische Initiative zur Bezahlung des Frauenzentrums durch die Stadt. Dann städtische Initiative zur Finanzierung des Frauenzentrums durch die Stadt Baden kommt zustande. Abstimmung im Februar 1983, abgelehnt, immerhin 25% waren dafür. Erst 1987 wurde erstmals ein Beitrag der Stadt von 2000 Fr. für kulturelle Veranstaltungen bewilligt.

Aktivitäten von Lesben[Bearbeiten]

Die Lesbenorganisation Baden wurde bereits 1979 gegründet. Eine heterosexuelle Frau der Infra (von der FBB) hatte verschiedene lesbische Frauen eingeladen, die sich bei der Infra gemeldet hatten. Die Frauen trafen sich reihum in ihren Wohnungen und über den Bekanntenkreis kamen weitere Lesben dazu. Die Frauen waren zwischen 20 und 35 Jahren alt, einige hatten Kinder, einige lebten in ihrer Liebesbeziehung, andere allein. Einige waren erwerbstätig in unterschiedlichen Berufen, andere im Studium.

Als das Frauenzentrum eröffnet wurde, eröffneten sich neue Möglichkeiten. Die Lesben luden - wie andere Gruppen auch - regelmässig zu einem Nachtessen für alle Frauen. Über persönliche Kontakte und Vernetzungen in der Schweiz mit anderen Frauenzentren wurden immer wieder Lesungen und Vorträge mit dem Fokus auf lesbische Themen organisiert, z.B. mit Autorinnen wie Bevilacqua (I), Traude Bührmann (D). Die Soziologin Ilse Kokula aus Berlin stellte immer wieder ihre neusten Erkenntnisse zu Lesben in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz vor. Die Lesbenorganisation Baden organisierte seit 1981 jeden letzten Freitag einen Lesbentreff im Frauenzentrum (Kontaktadresse: Lesbengruppe c/o Radikalfeministinnen, Postfach 2, 5430 Wettingen 2). Die Frauenbar, einmal im Monat im Frauenzentrum durchgeführt, wurde zuerst von Heterofrauen gegründet, später viele Jahre von Lesben angeboten.

  • 25. April 1984: Lesbische Frauen in ländlichen Gebieten. Ein Vortrag von Ilse Kokula [1]
  • 20. Februar 1991: Die Berliner Schriftstellerin Traude Bührmann, die 1987 in Hamburg mit dem «Lesberatur», dem Preis für Lesbenliteratur, ausgezeichnet wurde, liest aus neuen, noch unveröffentlichten Texten. Aus: Badener Neujahrsblätter, Nr. 67, 1992, S. 222 [2]

Fest zu 7 Jahre Frauenzentrum Baden [3][Bearbeiten]

Samstag, 10. September 1988: Tag der offenen Tür
Sonntag, 11. Septmeber 1988: Zmorge; Feministinnen in der Öffentlichkeit: Nationalrätin Monika Stocker-Meier und Schriftstellerin Esther Spinner im Gespräch
Montag, 12. September 1988: Frauenbeiz im Restaurant Trudekeller
Dienstag, 13. September 1988: Müttertreff; Militarismus und feministischer Widerstand. Vortrag von Stella Jegher (organisiert von Frauen für den Frieden)
Mittwoch, 14. September 1988: Unsere Geschichte: 7 Jahre Frauenzentrum Baden. Für Neugierige und Nostalgische von Madeleine Marti
Donnerstag, 15. September 1988: Überrollt - Clichés, realie und erträumte Rollen. Sondervorstellung der Frauentheatergruppe im Theatro Palino; Frauenbar
Freitag, 16. September 1988: Frauenfest

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frauen im Aargau. Der Aargau und die Frauen. Feststellungen und Forderungen zur Gleichberechtigung. Band 1 (1986) bis Band 4 (1990). Herausgegeben von der Feministischen Interessengruppe, Wettingen
  • 1 Jahr Frauenzentrum Baden (1982)
  • darum ... Frauenkulturwochen in Baden (1983)
  • Emanzipation Nr. 10/1984
  • http://doi.org/10.5169/seals-324436
  • In: Emanzipation Nr. 14/1988