Lesben- und Schwulen-Tagungen in Boldern

Aus Das Wiki zur Lesbengeschichte der Schweiz
Zur Navigation springen Zur Suche springen

2019 gibt es zu diesem Eintrag einen Jahrestag oder ein Jubiläum. Hilf uns, den Artikel zu ergänzen.


In dem evangelischen Tagungs- und Studienzentrum in Boldern, oberhalb Männedorf fanden ab 1974 jährlich Tagungen für Lesben und Schwule statt.

Geschichte

Von 1959 bis 1981 leitete Marga Bührig das evangelische Tagungs- und Studienzentrum Boldern, ihre Partnerin Else Kähler arbeitete dort als Studienleiterin. Sie organisierten eine grosse Reihe von Tagungen und Kursen im Bereich von Religion und Gesellschaft. Besonderen Mut erforderte die Organisation der ersten Tagungen zum Thema Homosexualität, die zusammen mit Schwulen und einigen Lesben organisiert wurden, in den 1990er Jahren in Zusammenarbeit mit der Paulus Akademie Zürich.
In einem Brief von 1969 an Margrit Bernhard wird auch die Tagung "Lebensprobleme der alleinstehenden Frauen" von ca. 1967 erwähnt.

26./27. Juni 1993: Jubiläumsveranstaltung zu "20 Jahre Tagungen für Lesben und Schwule sowie deren Angehörige" mit 300 Personen. Der ökumenische Festgottesdienst wurde direkt von DRS2 übertragen.[1]

Themen und Inhalte

Ab 1974 organisierten die beiden Frauen jedes Jahr eine Tagung zu "Homosexualität", die später als Lesben- und Schwulentagungen bekannt wurden. Zuweilen war die Nachfrage von Teilnehmenden so gross, dass die Tagung wiederholt werden musste. In den 1980er Jahren fand die Wiederholung auch in der Paulus-Akademie in Zürich statt.
Die Boldern-Tagungen waren für viele Frauen ein wichtiger Ort für ihre Orientierung oder für ihr Coming Out als lesbische Frauen. Hier haben sich viele Frauen ineinander verliebt, hier wurden Projekt lanciert - das weitreichendste war die Villa Kassandra - hier wurden Informationen ausgetauscht und Vorträge diskutiert.

"Hautnah und lebending - zur Entwicklung der Lesben- und Schwulenbewegung" - 23./24. Mai 1987 mit Ilse Kokula. Als Ilse Kokula 1987 ihren ersten Vortrag zu lesbischen Frauen in der Schweiz der 1920er Jahre hielt, erhielt sie von zwei schwulen Männern die Hinweise darauf, wo das zentrale Material lagerte: Das Protokollbuch des Damenclubs privat in Basel, die Zeitschrift in der HAZ-Bibliothek in Zürich.

"Sexualstraf(un)recht... auch in Sachen Homosexualität" - 13./14. Juni 1981

"Homosexualität" - 13./14. September 1980 (Wiederholung 18./19. Oktober 1980)

Tagung 1979
Artikel: Verweigerung der Integration, Brigitte Keel, in: Lesbenfront, 7/1979, S. 10-11.

"Lebensraum für Homosexuelle in unserer Gesellschaft" - 1./2. Juli 1978.

"Homosexualität" - Juni 1977
Artikel: "Weibliche Homosexualität", der HFG[2]

"1. Tagung zum Thema Homosexualität" - 26./27. Januar 1974[3]

2. Symposium deutschsprachiger Lesbenforschung

Das 2. Symposium deutschsprachiger Lesbenforschung wurde 1993 vom SAPPHO - Verein zur Förderung von Frauenforschungsprojekten organisiert, weil die Boldern-Leitung sich offen zeigte und sich die finanziellen Bedingungen in einem tragbaren Rahmen befanden. So fanden sich über hundert Lesben aus dem deutschsprachigen Raum zu diesem Symposium ein.

Bilder

Literatur

Weblinks

http://schwulengeschichte.ch/epochen/6-aufbruch/sichtbarwerden/tagungsort-boldern/programm-und-tagung/

Einzelnachweise

  1. Redaktionelles Vorwort zu "Immer noch werden Hexen verbrannt" - "20 Jahre Tagungen für Lesben und Schwule sowie deren Angehörige" in Zürich. Marga Bührig in: Neue Wege : Beiträge zu Religion und Sozialismus, 9/1993, S. 245
  2. Lesbenfront 5/1978, S. 2
  3. https://schwulengeschichte.ch/epochen/6-aufbruch/sichtbarwerden/tagungsort-boldern/vorbereitung-1-tagung/