Marlene Stenten

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Marlene Stenten, 2016 in Konstanz

Schriftstellerin, geboren am 23. Januar 1935 in Aachen, publizierte mit "Puppe Else" 1977 eine der ersten lesbischen Protagonistinnen in der deutschsprachigen Literatur nach 1945

Biografie[Bearbeiten]

Marlene Stenten machte eine Buchhandelslehre und ging 1969 nach Berlin. Neben ihrer Tätigkeit als Buchhändlerin begann sie literarische Texte zu schreiben und publizierte 1971 bei Luchterhand zuerst den Roman "Grosser Gelbkopf" mit einem schwulen Protagonisten und danach 1974 den Erzählband "Baby". In dieser Zeit erhielt Stenten literarische Stipendien, doch das Ergebnis dieser geförderten Arbeit, der Roman "Puppe Else", wurde bei Luchterhand - und auch bei anderen literarischen Verlagen - nicht publiziert. Erst Irmgard Dalinghaus, die den Sudelbuchverlag neu gründete, bracht den Roman 1977 heraus. "Mit dem zweiten Roman Pupe Else vollzog Marlene Stenten dann Mitte der siebziger Jahre ihr schriftstellerisches Coming out (zehn Jahre nach ihrem persönlichen Coming Out als Lesbe) und schrieb über das Thema der lesbischen Liebe, das gesellschaftlich noch tabuisiert war, das die Frauenbewegung aber zur gleichen Zeit mit kämpferischen Slogans in die Öffentlichkeit brachte."[1] 1979 zog Marlene Stenten wegen ihrer Liebesbeziehung nach Konstanz, wo sie seither lebt. Von Konstanz aus führte ihr Weg auch immer wieder in die Schweiz, zu Lesungen und Veranstaltungen. Die Szenerie ihrer Texte ist in dieser Zeit immer wieder an Orten angesiedelt, an denen sich Feministinnen begegnen und einige der Texte erschienen zuerst in der Schweizer Lesbenzeitschrift Lesbenfront, die später FrauOhneHerz hiess. Die dort publizierten Erzählungen sind heute über www.e-periodica.ch abrufbar und können als pdf herunter geladen werden. 1986 erschien dann im Zürcher Eco-Verlag der Roman "Albina". Darin wird eine lesbische Liebesbeziehung geschildert, die sich im Umfeld der Frauenbewegung bewegt, so z.B. an der Berliner Sommeruniversität für Frauen und an einer Frauentagung der Paulus Akademie in Zürich, bei einem Kongress feministischer Wissenschaftlerinnen in München. "Fasziniert von der kreativen Schaffenskraft, der Intelligenz und Bildung der Freundin fühlt sich die Ich-Erzählerin jedoch auch immer wieder bedroht, hat Angst, keinen Raum, keine Zeit und keine Ruhe mehr für ihr Schreiben und ihre Gedanken zu finden.Sie befürchtet ihre Kreativität zu zu verlieren."[1]

Aktivitäten[Bearbeiten]

"Marlene Stenten hat mit drei Romanen, vier Erzählbänden und weiteren Erzählungen den umfangreichsten Beitrag zur Darstellung lesbischer Frauen in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur geleistet. Seit Zwnazig Jahren stellt sie lesbische Frauen ins Zentrum ihres erzählerischen Werkes, schildert ihre Lebenszusammenhänge und zeigt einen pointiert lesbischen Blick auf die Hetero-Realität."[2]

Publikationen[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • Grosser Gelbkopf. Luchterhand-Verlag 1971
  • Puppe Else. Sudelbuch-Verlag 1977 und Fischer Taschenbuch 1984
  • Albina. Eco-Verlag 1986

Erzählungen[Bearbeiten]

  • Baby. Luchterhand-Verlag 1973
  • Die Brünne. Sudelbuch-Verlag 1981 und Fischer Taschenbuch
  • Drecksack. In: Lesbenfront, Zürich 16/1983, S. 17-22
  • Etwas Besseres als den Tod. In: Lesbenfront, Zürich 17/1983, S. 20-23
  • Lesbenfeiertag. In: FrauOhneHerz, Zürich, 23/1987, S. 11-14
  • Voressen. In: FrauOhneHerz, Zürich, 24/1987, S. 12-20
  • Hallo Mäuschen. Eco-Verlag 1991

weitere Texte[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Marlene Stenten. In: Frauenliebe - Männerliebe. Eine lesbisch-schwule Literaturgeschichte in Porträts. Hg.: Alexandra Busch /Dirck Linck. J.B. Metzler Verlag, 1997. S. 418-421
  • Von der schwulen Maskierung zur Dokumentation. Marlene Stenten. In: Madeleine Marti: Hinterlegte Botschaften. Die Darstellung lesbischer Frauen in der deutschsprachigen Literatur seit 1945. J.B. Metzler, 1991 und 1992, S. 178 - 197
  • Madeleine Marti: Zum 60. Geburtstag von Marlene Stenten, Frau Ohne Herz, Zürich, 35/1995

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Aus: Frauenliebe-Männerliebe. Eine lesbisch-schwule Literaturgeschichte in Porträts, S. 419-420
  2. Madeleine Marti, in: Frauenliebe-Männerliebe. Eine lesbisch-schwule Literaturgeschichte in Porträts, 1997.