Regula Schnurrenberger

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Regula Schnurrenberger (lesbengeschichte.de)
Regula Schnurrenberger auf der Titelseite der Frau ohne Herz

Historikerin und Archivarin der Frauen- und Lesbengeschichte, engagiert in der Frauen- und Lesbenbewegung, in feministischer Wissenschaft und Lesbenforschung.

Biografie mit Aktivitäen[Bearbeiten]

Sie wurde am 3. Januar 1953 als älteste von vier Kindern geboren und starb am 20. November 2005 in Zürich an Krebs.
Regula Schnurrenberger war zuerst in der FBB aktiv, ehe sie bei der HFG - Homosexuelle Frauengruppe Mitglied wurde. Sie arbeitete über 25 Jahre in der Redaktion der Lesbenfront mit und gründete mit Alice Arnold und weiteren Frauen die Homex AG, welche die drei Video-Filme "Aber gerade normal ist es ja nicht" (1978) und "Wechselbad oder aus der Lava in die Matte Gasse" (1979) drehte.
Regula Schnurrenberger war aktiv in der AG Lesbenforschung, sammelte jahrelang Broschüren, Flugblätter, Publikationen zu Lesben, und arbeitete im Frauen/Lesben-Archiv mit. Regula Schnurrenberger betreute die Übergabe 26. April 2005 ins Schweizerische Sozialarchiv. Nach ihrem Tod übergab Esther Spinner eine umfangreiche Nachlieferung. Die Verbindung von lustvollen politischen Aktionen und künstlerischen Tun konnte sie insbesondere in der Gruppe KuSS - KunstSchaumSchlägerinnen ausleben.
Bereits 1987 hat Regula Schnurrenberger an einer grossen Ausstellung zu 120 Jahre Frauenstudium an der Universität Zürich, initiiert vom Verein Feminstische Wissenschaft, mitgearbeitet: Sie recherchierte einen Grossteil des Materials und entwickelte aussagekräftige Darstellungen.
Regula arbeitete intensiv 2001/2002 intensiv bei Konzept und Umsetzung der Ausstellung Unverschämt - Lesben und Schwule gestern und heute mit. Ihre Forschungsarbeit ermöglichte es, den Teil "Frauen und Freundinnen" über lesbische Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu zeigen. Einige ihrer Forschungen sind zugänglich über http://www.lesbengeschichte.de Regula Schnurrenberger war auch im Verein Kamadhenu in der Zusammenarbeit mit Migrantinnen aktiv, leitete Kurse in Stricken und Schwimmen und organisierte Ferienlager für Mütter und Kinder und trug dazu bei, dass Kamadhenu 2004 den Gleichstellungspreis der Stadt Zürich erhielt.

Das Frauen/Lesben-Archiv wurde am 26. April 2005 von Regula dem Schweizerischen Sozialarchiv übergeben.[1]
Im Abschnitt zur Frauen/Lesben-Archiv in den RosaRoten Seiten steht: Regula Schnurrenberger, eine unschätzbare und unerschöpfliche Quelle für Informationen von und für Frauen, arbeitete über Jahrzehnte gleichzeitig an mehreren Projekten. Wann immer frau etwas genau wissen wollte, wendete sie sich an Regula. Oft las Regula auch Korrektur: Texte, Artikel und Bücher. Hier war sie unerbittlich, jede Jahreszahl, jeder Name, jedes Detail musste stimmen. Ihr eigenes Buchprojekt zu Lebens- und Arbeitsbedingungen der ersten Studentinnen in Zürich konnte sie nicht mehr vollenden. Regula Schnurrenberger starb am 20. November 2005 mit 52 Jahren viel zu früh. Die WOZ schrieb am 08.Dezember 2008 im Nachruf auf die feministische Wissenschaftlerin und Aktivistin: «Regula Schnurrenberger war imponierend, nicht nur als Freundin und Weggefährtin, sondern auch als unermüdliche politische Aktivistin und feministische Archivarin und Wissenschaftlerin. Als rigide Moralvorstellungen die Öffentlichkeit prägten, Frauen nur für Kinder und Küche zuständig waren, Lesben als krank und pervers diffamiert wurden, stand sie auf, zusammen mit anderen starken Frauen, und kämpfte für eine neue Gesellschaftsordnung. In einem lesbischen Trachtenchor zog sie singend durch die Stadt, in einer anarchistischen Frauengruppe suchte sie nach neuen Wegen. 1979 schrieb sie in einem Aufsatz: (Ich habe Lust, mich als Feministin mit den Wissenschatten herumzuschlagen. Ich habe 26 Jahre Erfahrungen, um Theorien auf ihren Wahrheitsgehalt in Bezug auf mich zu prüfen. Oder zu verallgemeinern mit den Erfahrungen anderer.) Dieses Begehren begleitete sie ihr Leben lang.»[2]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Regula Schnurrenberger: Theo Schücking (1850–1903), Meta von Salis-Marschlins (1855–1929) & Hedwig Feigenwinter-Kym (1860–1949). Zürich 2002 auf Lesbengeschichte.org
  • Serena Tristan (d.i. Regula Schnurrenberger): Ich will die "Wahrheit" festhaltend, hinauswachsen. (1979) In: Zwüschehalt. 13 Erfahrungsberichte aus der Schweizer Neuen Linken. Hg.: Peter Arnold, Samuel Geiser, Sabine Kubli, Thomas Maurer, Giaco Schiesser, Stephan Schmidlin. Rotpunkt-Verlag, Zürich, S. 100-135
  • Entstehung, Aufbau und Inhalt der Ausstellung / Die philosophische Fakultät II / Die philosophische Fakultät I. In: Ebenso neu als kühn. 120 Jahre Frauenstudium an der Universität Zürich. (1988) efef-Verlag, Zürich
  • Über die Schwierigkeit in der Frauenbewegung schwul und in der Schwulenbewegung Feministin zu sein. Schriftenreihe der Koordinationsstelle Homosexualität und Wissenschaft Zürich, Nr. 17 (1993)
  • Freundinnen und Gefährtinnen. Eine Annäherung an das Phänomen Frauenpaare um 1900. in: Ariadne. Forum für Frauen- und Geschlechtergeschichte.(1995) Heft Nr. 48
  • Gemeinsam ins Zentrum 1974-1989. In: Frauen im Zentrum. Fotos und Texte zu 30 Jahren Frauenzentrum Zürich.(2005) efef S.24-69

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hinweis im Sozialarchiv
  2. Die RosaRoten Seiten: das Verzeichnis der Zürcher Frauenräume, S. 17