Ein Wiki lebt davon, dass viele Menschen ihr Wissen teilen. Wir freuen uns auf deinen Beitrag! >> Einloggen und mitschreiben <<

Die Ausstellung zum Thema Lesben und Schwule auf dem Land und in der Stadt

das Logo

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

ProjektkonzeptBearbeiten

1. Ausgangslage
Rund 5 - 10% der Schweizer Bevölkerung (also in der etwa 350'000 – 700'000 Personen) sind homosexuell. Obwohl die Gesellschaft offener für andere Lebensformen geworden ist, bleibt es weiterhin sehr schwierig, offen als lesbische oder schwule Menschen zu leben. Vor allem in ländlichen Gegenden ist die homosexuelle Lebensform nur wenig bekannt.
Das Coming Out (d.h. das Sichtbarmachen der homosexuellen Existenz) ist für Lesben und Schwule ein sehr einschneidender Moment im Leben. Sich in der Familie, in der Schule, am Arbeitsplatz, in Vereinen usw. zu exponieren und sich dadurch kritischen Fragen oder gar Ablehnung und Spott auszusetzen, verlangt viel Mut und verdient Unterstützung.
Die Tabuisierung im öffentlichen Leben fördert die Homophobie, also die Angst oder den Ekel vor der Homosexualität. In der Schule, im Lehrbetrieb und in den Jugendgruppen werden Jugendliche im Coming Out kaum unterstützt. Das offene Leben der Homosexualität bedeutet, sich täglich Diskriminierungen auszusetzen und täglich neu die eigene sexuelle Orientierung erklären zu müssen.
Diskriminierungen liegen nach wir vor an der Tagesordnung: Am Arbeitsplatz, in der Kirche, unter Freunden und Bekannten, in Vereinen - und nicht zuletzt vor dem Gesetz.


2. Idee
Lesbische und schwule Lebensweise ist aufgrund mangelnder Informationen oder von Vorurteilen nicht als selbstverständliche, eigenständige und gleichwertige Lebensform akzeptiert.
Der Verein „derBUS“ beabsichtigt mit einer Wanderausstellung zu mehr Toleranz, Verständnis und zum Abbau von Ängsten beizutragen. Die Ausstellung will auf anschauliche und erlebnisreiche Weise Informationen über lesbische und schwule Lebensweise vermitteln und so einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion und damit zu mehr Toleranz leisten.
Die Konzipierung der Ausstellung als Wanderausstellung ermöglicht, zu den Leuten hin zu gehen, sie in ihrem unmittelbaren Umfeld zu besuchen und auch ländliche Gegenden zu erreichen.
Eine Ausstellung ist überdies eine gute Möglichkeit, mit Menschen direkt in Kontakt zu kommen, Gespräche in Gang zu bringen, einander zu begegnen. Die Bevölkerung soll erleben, dass Lesben und Schwule nicht so „anders“ sind. Es sind Menschen wie du und ich, die nette Dame von neben an, der strahlende Herr im Warenhaus.


3. Ziele
Vielfältige Informationsangebote erreichen unterschiedlichste Menschengruppen und regen zum Dialog an. Die Besuchenden erhalten zahlreiche Gelegenheiten, persönliche Erfahrungen zu machen.
• Toleranz fördern heisst in erster Linie informieren und einander kennen-lernen. „derBUS“ wird so konzipiert, dass sich breite Bevölkerungsschichten angesprochen fühlen. Es soll eine Wanderausstellung zum Anfassen sein, die berührt und neue, unvermutete Erfahrungen vermittelt, die Kontakte schafft und ohne Zeigefinger aufklärt.
• Die Ausstellung wird in Deutsch und in Französisch gestaltet und zeigt auf anschauliche Weise die Vielfalt der lesbischen und schwulen Lebensweisen, insbesondere die kulturelle, gesellschaftspolitische und soziologische Verschiedenheit. Persönliche Begegnungen mit schwulen und lesbischen Menschen helfen mit, die Hemmschwellen abzubauen.
• Diskriminierungen und Ausgrenzungen in der Gesellschaft werden angesprochen. Ebenso kann eine persönliche Auseinandersetzung statt finden. Die Besuchenden erleben, wie schwierig es ist, anders zu sein.
• „derBUS“ ist eine Ausstellung, die aus dem Leben gegriffen ist. Themen wie Familie, Religion und Toleranzverhalten werden angesprochen. • Durch Gespräche und Informationsmaterial können Menschen in ihrem Coming Out unterstützt und beraten werden. • "derBUS" soll als Grundlage von öffentlichen Diskussions- und Informationsveranstaltungen dienen.


4. Umsetzung
Seit Frühling 2001 ist ein Team, bestehend aus Fachleuten, an der Planung. Im November desselben Jahres konnte schliesslich der Verein „Der BUS“ als Trägerorganisation gegründet werden.
Grosser Wert wird bei der Realisation auf einen leicht fassbaren und verständlichen Zugang gelegt, der das Erlebte nachhaltig wirken lässt. Die Ausstellung ist didaktisch so geplant, dass verschiedene Zielpublika angesprochen werden und sie vielseitig eingesetzt werden kann.

Argumentarium für OrganisatorInnen der Ausstellung (Link auf die alte Webseite)

InhalteBearbeiten

1. Befremden oder Angst vor der Homosexualität (von den Betroffenen und ihrer Umwelt)
Einführungstext über Befremden
Interviews mit der Bevölkerung über ihre Haltung zu Lesben und Schwulen, gerade im Bezug auf ihre Ängste und ihr Befremden.
Männliche und weibliche Puppen können klischeeartig als Schwulen und Lesbe angekleidet und mit Zettel negative und positive Klischees beheftet werden. So entsteht ein buntes Bild der Homosexualität, Befremden / Ängste können ausgesprochen werden.
Toleranzbarometer: Heterosexuelle und homosexuelle Besuchenden können die eigene Toleranz auf spielerische Art messen.

2. Das Coming Out als ein Modell und eine Station gelebter Homosexualität
Was bedeutet das Coming Out für einen lesbischen/einen schwulen Menschen?
Coming Out als Ganzes – das ganze Leben lang
Verschiedene Coming Out-Lebensgeschichten: Lesben – Schwule – Bisexuelle
Wer auf diesen Bildern ist ein Paar, welches sind Freundinnen/Freunde?

Türen mit Schlüsselloch Bilder von Wohnungen
Du bist lesbisch oder schwul. Wie sagst du’s deinen Eltern, deinen Freunden, deinen Geschwister? Eine Person geht alleine in einen Raum, mit Kopfhörer werden diese Fragen gestellt. Ein Spiegel und ich sind alleine.


Aufsätze einer 5. Klasse
Auftrag: Schreibe in 10-15 Sätzen deine Meinung zu diesem Thema auf. Hat dich bei der Ausstellung etwas besonders beeindruckt? Texte in diesem PDF


derBUS in der Romandie
Aus einem Artikel vom Juni 2005: Schwierigkeiten bereitet uns die Umsetzung der Ausstellung auf Französisch. Zwar ist es immer noch unser erklärtes Ziel, die Ausstellung für die Romandie umzusetzen, aber uns fehlt eine trei-bende Kraft, die sich dem Projekt annimmt. Konkret suchen wir Frauen und Männer, die

  1. die deutsche Ausstellung prüfen, ob sie inhaltlich so für die Romandie übertragbar ist.
  2. die Kontakte in der Romandie aufbauen und die Verantwortung für den Fahrplan und die Kontakte in der Romandie übernehmen.
  3. die Anpassungen der Ausstellung auf Französisch vornehmen (Tonaufnahmen, Texte schreiben, Fotos machen).
  4. die Übersetzung der deutschen Ausstellung auf Französisch übernehmen

VereinBearbeiten

Vorstand:
Brigitte Röösli Co-Präsidentin und Projektleitung
Lars Baumgartner, Co-Präsident
Sara Folloni, Konzeption und Projektleitung
Isabelle Macciaccini, Grafik, Gestaltungs-Konzept, Ausstellung, Drucksachen
Markus Rudaz, Finanzen

Das Projekt wird untersützt von: Schweizerische Vereinigung der Elternorganisationen SVEO, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen FELS, [[LOS - Lesbenorganisation Schweiz], Schwulenorganisation Schweiz PINK CROSS, Respect: der lesbisch-schwule Fonds [1]

Jahresbericht 1. Vereinsjahr, 2002
Da unser Verein nur das Ziel hat, die Ausstellung über die lesbische und schwule Lebensweisen zu schaffen, hat der Verein im Jahr 2002 keine andere Veranstaltungen durchgeführt. Die Planung und Organisation hat enorme Zeit in Anspruch genommen. Verschiedenste Personen haben sehr günstig oder gar gratis für dieses Projekt gearbeitet. Wir schätzen, dass rund 3000 Stunden Gratisarbeit geleistet wurden.
Vorallem zu erwähnen sind die vielen Arbeitseinsätze über Weihnachten – Neujahr. Fast alle handwerklichen Arbeiten wurden gratis erledigt. Dies ermöglichte es uns, diese Ausstellung zu sehr günstigen Konditionen herzustellen.
Am 10. Januar 2003 fand in Dagmersellen LU die Vernissage der Deutschschweiz statt. Elf Ortsvereine und Gremien unterstützen in diesem Dorf die Ausstellung. Etwa 1000 Personen haben innerhalb von vier Tagen die Ausstellung besucht – darunter waren auch einige Schulklassen. Neben der Vernissage, die von verschiedensten Nationalen Persönlichkeiten besucht wurde, waren die drei Gottesdienste in der Katholischen Kirche Dagmersellen und das Podiumsgespräch, welche als Begleitveranstaltungen angeboten wurden, die Höhepunkte dieser Tage.
Die Vernissage stiess auch auf ein sehr grosses Interessen der Medien. Berichte in der Regionalpresse und in nationalen Medien waren das Ergebnis. Neben der Sendung Schweiz aktuell des Schweizer Fernsehens war sogar auch ein deutscher Radiosender mit dabei.
Das Matronat über die Ausstellung haben die Schweizerische Vereinigung der Elternorganisationen SVEO, die Lesbenorganisation Schweiz LOS, die Schwulenorganisation Schweiz PINK CROSS sowie die Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen FELS übernommen. Verschiedenste andere Vereine haben uns die Zusammenarbeit zugesichert. Für das Jahr 2003 sind jetzt schon für rund zwei Monate Anfragen getätigt worden. Zu Vertragsabschlüssen ist es bis heute mit dem Filmfestival von Luzern gekommen.
Das Sponsoring ist durch die Erkrankung von Florian Baumgartner ins Stocken geraten. Durch eine gezielte Mittelbeschaffung schafften wir es trotzdem, dass wir die Darlehen des Fonds Respect und der LOS bis jetzt noch nicht beanspruchen mussten.
Zürich 10. März 2003 Brigitte Röösli

"Gotten" und Göttis
Die lesbischwule Wanderausstellung derBUS ist bereits seit 18 Monaten erfolgreich in der Deutschschweiz unterwegs und hat bereits in 10 Orten halt gemacht. Die Reaktionen der Besuchenden sprechen für sich und für das Ausstellungskonzept.
Die Kosten für die Anfahrt, die Ausstellung selbst, die Werbung und die Administration liegen bei rund 3000 CHF pro Ort. Damit derBUS weiterhin viele Haltestellen anfahren und seinen Fahrplan auch auf die Romandie ausweiten kann, sind wir auf der Suche nach Gotten und Göttis.
Als Gotte oder Göttin erklärst Du Dich bereit, einen fixen Betrag (mindestens CHF 25.-, darüber frei wählbar) pro Haltestelle zu spenden. Dein Patenkind, derBUS, lässt Dir dafür immer wieder aktuelle Informationen und Einladungen zu den verschiedenen Ausstellungen zukommen. Zudem wirst Du in der Ausstellung selbst namentlich als Gotte oder als Götti erwähnt. Natürlich kannst Du diese Patenschaft auch jederzeit wieder widerrufen. [2]

StationenBearbeiten

  • November 2005: Solothurn
  • August 2005: Davos
  • Mai 2005: Altdorf, Ebikon, Schwyz
  • April 2005: Ruswil, Interlaken
  • Januar 2005: Thusis
  • Oktober 2004: Zurzach, Brugg
  • September 2004: Horw, Murten
  • Juni 2004: Sargans
  • April 2004: St. Gallen
  • März 2004: Stans
  • Februar 2004: Weinfelden
  • Januar 2004: Liestal
  • September 2003: Sempach, Sarnen, Brig
  • Juni 2003: CSD Zürich
  • Mai 2003: Luzern, präsentiert von PinkPanorama
  • Januar 2003: Vernissage am 10. in Dagmersellen (Beitrag Schweiz Aktuell, SRF vom 13. Januar 19.00 Uhr)

VernissageBearbeiten

Gedanken zur Vernissage von Brigitte Röösli, Co-Präsidentin: Nach beinahe zwei Jahren Arbeit wird die Ausstellung über lesbische und schwule Lebensweisen am 10. Januar 2003 in Dagmersellen, meiner Heimatgemeinde, eröffnet. Wieso findet diese Vernissage in diesem kleinen Dorf und nicht in Zürich, Bern, Luzern statt?
Der Verein derBUS hat sich zum Ziel gesetzt, eine Ausstellung zu gestalten, welche die Bevölkerung auf die Lebenssituation und Probleme von Lesben und Schwulen aufmerksam macht. Für Lesben und Schwulen ist es schwierig, zu ihrem Anderssein in der Heimatgemeinde, wo einen jeder kennt, zu stehen. Dies besonders in einem kleinen Dorf. Die Angst vor der Ausgrenzung ist gross, deshalb ziehen viele weg, nicht selten in eine grosse Stadt. Dort können sie in der Anonymität verschwinden und finden neue Freundinnen und Freunde. So ist es auch mir gegangen. Mit dem BUS ziehe ich zurück ins Dorf und bringe meine lesbische Lebensweise mit.
Viele Bewohnerinnen und Bewohner von Dagmersellen haben sich in den letzten Monaten mit dem Thema Homosexualität beschäftigt. In der Zwischenzeit stehen viele Vereine, die Schulgemeinde und die katholische Kirchgemeinde hinter dem Projekt derBUS. Dass Homosexualität sogar im Gottesdienst der katholischen Kirche am 11. und 12.Januar Thema sein wird, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nie ausgemalt.
So bin ich nun gespannt auf die Begegnungen in meinem Dorf. Sie sind alle eingeladen, an diesem Ereignis teilzunehmen. Kommen Sie an die Vernissage am 10. Januar oder besuchen Sie die Ausstellung am Wochenende und erleben Sie, wie ein Dorf plötzlich farbiger wird.
LOS, PINK CROSS und FELS wollen im 2003 die Problematik von Lesben und Schwulen in den Dörfern aufgreifen. DerBUS gibt uns die Möglichkeit, mit den Menschen in den Dörfern in Kontakt und ins Gespräch zu kommen. Falls auch Sie denBus in IhremDorf haben möchten, melden Sie sich unter bus@los.ch.
Brigitte Röösli, Co-Präsidentin derBUS [3]

AuszeichnungBearbeiten

derBUS gewinnt den Fairy Award 2004 als beste Organisation.

BilderBearbeiten

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten