Marga Bührig

Aus Das Wiki zur Lesbengeschichte der Schweiz
Version vom 6. April 2019, 16:07 Uhr von Amicitia (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Leiterin des Tagungszentrums Boldern, wo sie mit Else Kähler ab 1974 die Tagungen zu Lesben und Schwulen veranstaltete.

Marga Bührig

Biografie

Geboren am 17. Oktober 1915 in Berlin, gestorben am 14. Februar 2002 in Binningen/BL.
Marga Bührig und Else Kähler veranstalteten ab 1976 Tagungen zu "Homosexualiät" im Evangelischen Tagungszentrum Boldern, oberhalb von Männedorf/ZH. Diese Tagungen wurden zusammen mit interessierten homosexuellen und heterosexuellen Männern und Frauen vorbereitet. Sie entwickelten sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Schwule und Lesben.
[1] Nachdem in den ersten Jahren die Themen stark auf männliche Homosexualität samt Referenten ausgerichtet waren, änderte sich dies Mitte der achtziger Jahre. Zum einen hatten Lesben mehrfach eine Ausrichtung gefordert, in der sie sichtbar und ihre Themen präsent werden, zum anderen hatten Marga Bührig und Else Kähler, zusammen mit ihrer Lebensgefährtin Elsi Arnold eine Studienreise nach Kalifornien gemacht und waren von ihren Begegnungen mit feministischen und auch lesbischen Theologinnen sehr berührt worden.
Nach der Pensionierung in Boldern war Marga Bührig noch viele Jahre im ökumenischen Weltkirchenrat aktiv. Sie und Else Kähler zogen zu Elsi Arnold nach Binningen, wo die drei Frauen in Partnerschaft miteinander lebten.

" 'Ledig, aber nicht al­lein­ste­hen­d' - mit diesen Worten be­schreibt die fe­mi­nis­ti­sche Theo­lo­gin Marga Bührig, die seit einem halben Jahr­hun­dert mit einer Frau zu­sam­men­lebt, ihren Zi­vil­stand. Mit 30 Jahren lernt sie Else Kähler kennen, die eben­falls in Zürich Theo­lo­gie studiert und aus Nord­deutsch­land stammt. [...Hier den unformatierten Text eingeben] Aus Freund­schaft erwächst Liebe zu ihrer Freundin, eine Liebe, die 'ebenso le­bens­be­stim­mend wie eine Ehe' wird. [...] Die Be­zeich­nung 'les­bi­sch' lassen sie für ihre Be­zie­hung nicht gelten: Das Wort ist ihnen zu stark sexuell geprägt. Es betone eine 'An­ders­ar­tig­keit', und weder Else Kähler noch Marga Bührig wollen sich in ein Schema pressen und als Min­der­heit ein­ord­nen lassen. 'Wir lebten in einer ir­gend­wie selbst­ver­ständ­li­chen ge­gen­sei­ti­gen Ge­bor­gen­heit von Wärme und Zärt­lich­keit, die nach aussen sicher aus­strahl­te, aber nicht öf­fent­lich sichtbar wurde."[2]

Aktivitäten

  • 1945 gründete sie das reformierte Studentinnenheim (Boldernhaus) in Zürich.
  • 1947 rief sie den Evangelischen Frauenbund der Schweiz (EFS) ins Leben
  • ab 1974 Tagungen zu "Homosexualität in der Gesellschaft" in Boldern
  • 1978 Auftritt in der Telearena Homosexualität des Schweizer Fernsehens
  • 2001 portraitiert in "Sottosopra", einem Dokumentarfilm über vier starke weibliche Persönlichkeiten. Regie: Gabriele Schärer [3], [4]

Publikationen

  • Vorwort mit Else Kähler in "Lesbische Frauen in der Kirche" 1994 von Monika Barz
  • Spät habe ich gelernt, gerne Frau zu sein. Feministische Autobiographie, 1987

Literatur

  • Marga Bührig. Das Leben leidenschaftlich lieben – Gerechtigkeit leidenschaftlich suchen. Hg. v. Elsi M. Arnold und Else Kähler, Basel 2003

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Siehe auch: Leiterinnenpaar auf Boldern auf schwulengeschichte.ch
  2. Aus:"Spät habe ich gelernt, gerne Frau zu sein. Eine fe­mi­nis­ti­sche Au­to­bio­gra­phie." Zitiert in: "Chratz & Quer. Sieben Frau­en­stadt­rund­gän­ge in Zürich", Limmat Verlag, Zürich, 1995, S. 296ff.
  3. http://www.bernfilm.ch/film/sottosopra
  4. Filmkritik auf cineman