FramaMu - Frauen machen Musik

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Geschichte

Gegründet von zwei Fraue-Nerv-Frauen [1], zwei Frauen der HFG - Homosexuelle Frauengruppe und später der Frauenmusikschule Serpent angegliedert.[2]
"Frauen machen Musik", kurz FramaMu genannt, ist eine Organisation, die sich dafür einsetzt, dass Frauenkultur und jede Art von Frauenmusik an die Oeffentlichkeit kommt und gefördert wird. Die FramaMu hat ein eigenes Lokal, die "Hexen-Höhle", wo geprobt wird, wo Feste gefeiert werden oder Workshops und Sitzungen stattfinden. Die Hexen-Höhle kann von jederfrau und jedermann gemietet werden. Die vom Fraue-Nerv bis jetzt durchgeführten "Frauenmusik-Workshops" sind von der FramaMu übernommen und neu gestaltet worden.
Hier der Plan bis Ende 1979:

  • 1. September: Soundtechnik-Workshop Leitung: Connie und Annette
  • 6. Oktober: Folk-Improvisations-Workshop Leitung: Barbara von der Schürmühli
  • 3. November: auf vielseitigen Wunsch: Tango Workshop Leitung: noch unbestimmt
  • 1. Dezember: Perçussions-Workshop Leitung: Irène oder Irène [3]

Lesbian Music in Concert

Die FramaMu organisierten am 10. Oktober 1979 im Polyfoyer unter der ETH -Mensa ein Konzerte mit
Alix Dobkin. Sie hat als erste lesbische Feministin 1973 mit Frauen zusammen eine Platte herausgegeben und damit der ganzen amerikanischen Frauenbewegung durch das Medium Musik einen starken Rückhalt gegeben. Ihre Musik ist folkig, die Texte sprechen von ihrem Leben und ihrem Kampf als Lesbe und
Monika Jaeckel Sängerin und Saxophonistin der Frauenrockband 'Flying Lesbians' hat mit Barbara Bauermeister von der Frauenband 'Lysistrara' zusammen eine ganz eigene chansonartige Folkmusik entwickelt, die sich sehr unverblümt, aber auch hoffnungsvoll mit ihrer Situation als lesbische Frau und Feministin auseinandersetzt. Diese beiden Frauen haben soeben zusammen eine Platte von ihren Liedern gemacht, die ab Ende September in den Frauenbuchländen erhältlich ist. Sie heisst 'Witch is Witch' und wird im Come Out Lesben-Verlag herausgegeben. [4]

Frauenkultur-Woche

Vom 10.-14. November 1981 in der Roten Fabrik, Zürich u.a. mit Irène Schweizer [5]
Meidenkritik von Regula: Die FramaMu-Frauen haben sich ja wirklich Mühe gegeben mit ihrer Frauenkultur-Woche, wollten sie doch möglichst allen/vielen Frauen etwas bieten und sie gleichzeitig animieren, in den Workshops selber etwas in die vorher oder nachher zu beschauende Richtung zu unternehmen; sei es nun Film, Bewegung, Musik oder Theater. Sie mussten sich mit dem Betrieb/den Betreibenden in der Roten Fabrik auseinandersetzen, mit der Presse, mit Werbung, mit der Organisation jedes Details... Das Echo in der Presse fand ich einmal mehr vor allem widerlich. Ich habe die Tages-Anzeiger-Ausschnitte aufbewahrt (...) Die Bemühungen von Frauen, dass über ihre Veranstaltungen in der Männerpresse berichtet wird, erweisen sich nicht selten als Bumerang (kommen auf sie selber zurück). Ausserdem ist nur im ersten Artikel die Veranstalterin "FramaMu" erwähnt worden, aber nicht, dass es sich um eine ganze Woche von Veranstaltungen handelt, im zweiten steht nur "Rote Fabrik" und im dritten "Frauenkulturwoche", aber nichts von FramaMu. Statt dessen verbreiten sich alle Berichterstatter/innen über ihre sönlichen per- Früschtchen und Gelüschtchen und beweisen in den angetippten Gebieten (feministische Sprachkritik, Lesben- und Frauenbewegung) ALLE eine horrende Unkenntnis. Wenn das alles ist, was bei denen rauskommt, so frage ich mich, ob dies für die FramaMu-Frauen oder andere auch weiterhin die Bemühungen wert ist, eine "gute Presse" zu haben. [6]

Frauenmusikwoche

Vom 5.-12. Oktober 1986 findet in Klosters die erste Schweizer Frauenmusikwoche statt.
Eingeladen ist jede Frau, die bereits jazzt und rockt, und jede, die bisher nur "klassisch" Musik gemacht hat und schon lange von fetzigen Klängen träumt, und jede, die im Moment noch gar keine Musik macht und endlich anfangen will. Vormittags gibt's Instrumentalunterricht für voc, sax, fl, p, dr, perc, git und alles, was sonst noch Töne macht. Nachmittags wird gerockt, gejazzt, getanzt, getrommelt und frei improvisiert. [7]

Konzertreihe vis-a-vis

Organisiert von FraMaMu und Frauenmusikforum vom 4.-6. Dezember 1987
Durch engagierten Einsatz (u.a. Frauenmusikforum, FramaMu (Frauen machen Musik), Fabrikjazzfrauen) sind Auftritte von Frauen immer zahlreicher geworden. Trotzdem ist es noch zuwenig bekannt, dass Frauen komponieren. Mit dieser Veranstaltung wollen wir auf improvisierende und komponierende Frauen aufmerksam machen. (...) auch mit dem Gedanken die Grenzen zwischen sogenannter E-Musik und UMusik zu überschreiten, und die zentralen Fragen zur Frauenmusik mit Witz und Spass darzustellen. Unser Ziel ist es, dass die von Frauen gemachte Musik genauso selbstverständlich wie die von Männern wird, und dass sie nicht mehr als Ausnahmeerscheinung am Rande der Musikgeschichte von Gestern und Heute stehen wird. [8]
Konzert u.a. mit Irène Schweizer, Erika Radermacher, Co Streiff, Joelle Léandre

Bilder

Einzelnachweise

  1. Frau Ohne Herz, 35/1995 S. 44
  2. Heute nur noch Women in Music
  3. Lesbenfront 7/1979, S. 21
  4. Lesbenfront 7/1979, S. 21
  5. Lesbenfront, 13/1981, S. 4
  6. Lesbenfront, 13/1981, S. 6-7
  7. Frau ohne Herz, 22/1986, S. 37
  8. Frau Ohne Herz 24/1987, S. 40