Laura Fredy Thoma
Laura Fredy Thoma (*15. Oktober 1901, St. Gallen - †7.4.1966, Zürich) war zusammen mit Anna Vock und Fanny Eichenberger im August 1931 die Gründerin des Damenclub Amicitia in Zürich.
Biografie
Siehe dazu ihre Biografie auf fembio.org
Neue Recherchen haben gezeigt, dass Thoma immer in Zürich geblieben ist und dort auf dem Friedhof Hönggerberg beerdigt wurde. Im Adressbuch 1937 ist sie verzeichnet als "Thoma, Laura (gesch. Dolder), Büroangest".1940 steht dann "Thoma, Laura, Frau, Büroangestellte", Ausdruck ihres gewachsenen Selbstbewusstseins. Als Beruf hat Laura Fredy Thoma Bürolistin angegeben. Was und wo sie gearbeitet hat, ist nicht bekannt. Die Tatsache, dass sie zwischen 1931 und 1961 32mal umziehen musste, deutet auf prekäre finanzielle Verhältnisse hin. Mit Anna Vock lebte sie 1931 (Ankerstr. 61 + Dienerstr. 11), 1934 (Anwandstr. 5) und nochmals 1955 ein Jahr (Mühlegasse 7) zusammen. Erst die letzten fünf Lebensjahre war sie an derselben Adresse gemeldet: Imbisbühlweg 5 in Zürich-Wipkingen. Beerdigt im Friedhof Zürich-Höngg.
Aktivitäten
- Zusammen mit Anna Vock und vermutlich Anna Sieber war sie Mitgründerin des Damenclub Amicitia in Zürich und dessen erste Protokollführerin.
- Zusammen mit August Bambula brachte sie an Sylvester 1931/32 erstmals die Zeitschrift "Freundschaftsbanner" heraus und redigierte bis 1934 die Rubrik "Leben und Lieben unserer Frauen"
- Autorin des "Bundes-Lied des Schweizerischen Freundschaftsverbandes", das jeweils nach der Versammlung gesungen wurde. Publiziert in: Freundschafts-Banner, 1. Mai 1934, S. 1
- Autorin von Appellen an die Gleichgesinnten, von Gedichten, Erzählungen und Fortsetzungsgeschichten, in: Freundschafts-Banner 1931-1937.
- Zwischen 1937 und 1966 sind keine weiteren Aktivitäten bekannt.
Publikationen
- Thoma, L. In einer kleinen Konditorei. Roman. Leicht veränderter Nachdruck der 14 Folgen im "Schweizerischen Freundschafts-Banner" 1937. In: Frau ohne Herz35-36/1995, S. 48-61. Illustriert von Panta Loon. Online verfügbar auf e-periodica, zuletzt aufgerufen am 17.12.2022
- Thoma, Laura. Eine Stimme aus der Schweiz. Leitartikel in der Garçonne Nr. 8, April 1931. Abschrift in: Kokula, Ilse; Bömer, Ulrike. Die Welt gehört uns doch!: Zusammenschluss lesbischer Frauen in der Schweiz der 30er Jahre. Bern/Wettingen, eFeF-Verlag, 1991. S. 65-67.
- Publikationen unter diesen Namen "L. Thoma, L. Ta., Fredy Thoma, F. Thoma, Fredy Th., Fr. Th.": zahlreiche Appelle, Gedichte, Erzählungen, Fortsetzungsgeschichten in: Freundschaftsbanner 1931-1937.
späte Ehrungen
- Nov/Dez. 2022 in der L-Mag ist sie als Mitbegründerin der Schweizer Lesbenbewegung «die Heldin». Als pdf verfügbar.
- 2021 war sie im SGF Schweizerischer gemeinnütziger Frauenverband Baden/CH eine der Pionierinnen des Monats. Als pdf verfügbar.
- am 15. Septmber 2015 ehrt die Stadtpräsidentin von Zürich, Corine Mauch, mit der Enthüllung der Ehrentafeln zu LGBT auch Laura Fredy Thoma[1]
- am 13. Oktober 2013 war sie Phänomelle des Tages[2]
- am 19. Oktober 2026 findet im Café Gleis in Zürich eine Würdigung zu Ehren ihres 125. Geburtstags eine Lesung mit Texten von Laura Fredy Thoma statt, eine Gruppe aus dem Rosa Chor sang zu Anfang und Beginn von Thoma gedichtete "Bundeslied". Veranstaltet vom Sappho Verein Lesbengeschichte.
zu den Bildern
| Madeleine Marti zum Thema wie sie zu den Fotos von Laura Fredy Thoma (LFT) kam . | |
| Zu Beginn stand der "Berühmte Frauenkalender" von Luise F. Pusch: Als ich anbot, zu ihr einen Beitrag zu schreiben, stellte Luise die Bedingung, dass dazu eine Foto von Laura Fredy Thoma nötig sei. Deshalb recherchierte ich über verschiedene Einwohnermeldeämter, bis ich Eva Helg, eine Nichte von Laura Fredy Thoma, in Rümlang fand. Bei meinem Besuch bei ihr gab sie mir zwei Fotos: Laura Fredy Thoma im Matrosenanzug und LFT zusammen mit ihrer Freundin auf der Hochzeitsfoto ihres jüngsten Bruders. Anlässlich der Ausstellung "Unverschämt - Lesben und Schwule gestern und heute" im Stadthaus Zürich, 2002, kamen weitere zwei Nichten an die Ausstellung und erkannten ihre Tante dort. Ich kam mit ihnen ins Gespräch und die eine von ihnen, Anni Buchmann aus Zürich, stellte mir weitere Fotos in Aussicht, diese hier nachgezeichnete und eine weitere, wo sie in einem schicken Anzug auf einer Bank sitzt. |
Weblinks
| Der Wikipedia-Artikel zu Laura ThomaW ist bestimmt ausführlicher. Hier im L-Wiki gibt es das Wichtigste aus (schweizerischer) lesbengeschichtlicher Sicht. |
- Eintrag Laura Thoma auf dem norwegischen skeivt arkiv
- Die Zeitschrift "Freundschaftsbanner", später "Menschenrecht" online verfügbar auf e-periodica
Literatur
- Kokula, Ilse; Bömer, Ulrike. Die Welt gehört uns doch!: Zusammenschluss lesbischer Frauen in der Schweiz der 30er Jahre. Bern/Wettingen, eFeF-Verlag, 1991.
- Marti, Madeleine. Laura Fredy Thoma (1901 - 1966): Schriftstellerin und Pionierin der Schweizer Lesbenbewegung. In: Frau ohne Herz, 34/1994, S. 12-15. Online verfügbar auf e-periodica, zuletzt aufgerufen am 17.12.2022
- Marti, Madeleine. Literatur von lesbischen Autorinnen in den dreissiger Jahren. Annemarie Schwarzenbach und Laura Fredy Thoma. In: Ryter, Elisabeth; Stump, Doris; Widmer, Doris; Wyss, Regula (Hrsg.innen). Und schrieb und schrieb wie ein Tiger aus dem Busch: Über Schriftstellerinnen in der deutschsprachigen Schweiz. Zürich, Limmat, 2004. S. 151-173
Einzelnachweise
- ↑ Medienmitteilung: Stadtpräsidentin enthüllt Infotafeln zur schwul-lesbischen Geschichte. Auf: stadt-zuerich.ch, 15. September 2015. Online verfügbar auf stadt-zuerich.ch, zuletzt aufgerufen am 17.12.2022
- ↑ phenomenelle des Tages: Laura Thoma. Auf: phenomenelle.de, 15. Oktober 2013. Online verfügbar auf phenomenelle.de, zuletzt aufgerufen am 17.12.2022
